Experten und Empfehlungen als Kaufentscheider
27. Mai 2009 - Michael„Taugt der PC was?“ fragt mich Bernt. Bernt ist nicht mal ein entfernter Bekannter, ich kenne ihn eigentlich nur vom sehen. Er hat mich gezielt auf dem Sportplatz angesteuert, um mir diese Frage zu stellen. Gemeint ist ein Sonderangebot eines bekannten Elektro-Markts. Das Werbeheftchen, mit dem besagten Rechner auf der ersten Seite, hat er mir schon in die Hand gedrückt. „Das ist der Computer aus der Fernsehwerbung“, fügt er noch hinzu.
Trotz dass ich mit Hardware zumeist auf Kriegsfuss stehe, habe ich, was diverse Computerfragen angeht, in meinem Bekanntenkreis einen gewissen Autoritätsstatus. „Du machst doch was mit Computer und kennst dich da aus“. Klar, wie viele andere auch habe ich in meinem Büro, zuhause und auch Unterwegs einen elektronischen Begleiter, der mir so manche Arbeit abnimmt. Zugegeben, meine Kenntnisse über Soft- und Hardware ist doch etwas tief greifender, als ich manchmal zugebe, aber das kann der entfernte (Un)Bekannte nicht wissen. Dass ich schon 1995 eine Webseite hatte und für die ein oder andere Trojaner und Virus-Beseitigung einen guten Tipp gegeben habe, hat sich in den Jahren doch herum gesprochen.
Interessant: Bernt hat ein konkretes Kaufinteresse, die Kaufentscheidung überlässt er allerdings mir. Ein „kauf es“ hätte gereicht und er wäre morgen hingefahren und hätte sich den PC abgeholt. Ebenso hätte ich ihm einen anderen Computer empfehlen können. Wäre der Preis in etwa gleich, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er meinen Rat gefolgt wäre. Ich hätte ihn also direkt zur Konkurrenz schicken können. Das Werbeheftchen und die Fernsehwerbung hätten in diesem Fall nicht zum Verkaufserfolg geführt.
Der Rat eines Experten, auch wenn dieser nicht persönlich bekannt ist, kann die Kaufentscheidung erheblich beeinflussen. Dabei ist es unerheblich, ob der vermeintliche Experte, wirklich einer ist. Es genügt, als solcher wahrgenommen zu werden. Aber nicht jeder Verkäufer hat einen Experten zur Hand. Gleich mehrere „Experten“ sind ohnehin besser. Die altbewährte Mund-zu-Mund Propaganda ist in der Werbewelt immer noch der Verkaufsschlager.
Empfehlungsmarketing lässt sich gut in die Online-Welt übertragen. Es wird bereits fleißig davon gebrach gemacht. Der Kunde ist König. So will es zumindest ein Sprichwort. Wenn der Kunde wirklich König ist, sich auch so fühlt, dann sind die besten Voraussetzungen gegeben, um ihn auch als effizienten Teil der Werbestrategie einzusetzen. Ohne explizite Aufforderung gibt der zufriedene Kunde Tipps und Kaufratschläge in Online – Communitys.
Und: diese Online-Ratschläge werden auch genutzt. Beispielsweise ziehen laut einer W3B-Studie über 65 Prozent der unter 20-Jährigen Bewertungen und Meinungen anderer Online-Teilnehmer in Ihre Kaufentscheidung ein. Weitere Studien belegen ähnliches mit zunehmendem Aufwärtstrend. Kaufentscheidungen durch das Web sind an der Tagesordnung und beeinflussen jetzt schon einen Großteil der Einkäufe.
Die beste Werbung sind zufriedene Kunden. Aber das ist nichts Neues, sollte man meinen.
Tags: empfehlung, empfehlungsmarketing, experten, kauf, kaufentscheidung, werbung
Web Marketing, Suchmaschinenoptimierung SEO, Google AdSense & AdWords
Am 26. Oktober 2009 um 10:47 Uhr
Hmm, sehr interessanter Artikel! Es ist immer besser man mit einem Experten zu sprechen! Es ist immer besser! Experten helfen mehr als manche meinen!